Chronik der Literatur in der Weimarer Republik – 1925

12. Januar

Anna Seghers entwirft erste Pläne für ihre Novelle „Der Aufstand der Fischer von St. Barbara„. Drei Jahre später wird ihr Erstling mit dem Kleistpreis ausgezeichnet.

4. Februar

Beim S. Fischer Verlag erscheint Gerhart Hauptmanns Roman „Die Insel der großen Mutter“ in der 50. Auflage.

9. März

Wieland Herzfelde veröffentlicht in seinem Malik-Verlag seinen Aufsatz „Die Kunst ist in Gefahr“. Die Illustrationen stammen von George Grosz.

25. März

Veröffentlichung des Romans „Jud Süß“ von Lion Feuchtwanger (Drei Masken-Verlag).

4. April

Unter der Regie von Jürgen Fehling hat Ernst Barlachs Drama „Die Sündflut“ im Staatlichen Schauspielhaus Berlin Premiere.

20. April

Uraufführung des Schauspiels „Juarez und Maximilian“ von Franz Werfel am Stadttheater Magdeburg.

25. April

Die Wiener „Neue Freie Presse“ veröffentlicht einen Appell Thomas Manns an das deutsche Volk, worin er sich gegen eine Wahl von Hindenburgs zum Reichspräsidenten ausspricht.

26. April

Max Brod veröffentlicht als Nachlassverwalter seines ein Jahr zuvor verstorbenen Freundes Franz Kafka gegen dessen letzten Willen in Berlin Kafkas Romanfragment „Der Process“.

16. Mai

Unter der Regie von Leopold Jessner findet im Staatlichen Schauspielhaus Berlin die Uraufführung von Arnolt Bronnens Schauspiel „Rheinische Rebellen“ statt.

1. Juni

Unter der künstlerischen Leitung von Max Reinhardt wird in Berlin die „Internationale Pantomimengesellschaft“ gegründet. Dem Aufsichtsrat gehören neben Reinhardt unter anderem Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal an.

2. Juni

Der mit Thomas Mann befreundete Schriftsteller Hans Reisiger – nach dem 2. Weltkrieg ist er als Lektor beim Rowohlt Verlag tätig – bespricht in der „Weltbühne“ den „Zauberberg“ und sieht Dinge, die ich unbewusst fühle, aber niemals auszusprechen im Stande wäre: „Sein neuer Roman: „Der Zauberberg“, den er (durch den Verlag S. Fischer) den Mitlebenden übergibt, ist ein kosmisches Werk, umhaucht und durchdrungen von ständigem Gefühl kosmischer Gegenwart, ein Werk, das an die Unbegreiflichkeit des Universums überall rührt. Ohne Pathos oder falsche Mystik, sondern eher mit dem schönen Lächeln hoher Unfeierlichkeit. Denn anders als in furchtloser Beziehung zum Universum ist freies Denken und auf Humanität abzielendes Gestalten nicht möglich.“

6. Juni

Thomas Mann wird 50 Jahre alt. Er veröffentlicht in der „Neuen Rundschau“ die Novelle „Unordnung und frühes Leid“.

19. Juni

Der Zivilsenat von Berlin bestätigt die einstweilige Verfügung, die Hugo von Hofmannsthal gegen die Berliner Funkstunde AG erwirkt hatte. Der Dichter hatte die Verfügung erwirkt, um die Ausstrahlung eines seiner Werke im Rundfunk zu verhindern und berief sich dabei auf das Urheberrecht.

3. august

In Anwesenheit des Schriftstellers Gerhart Hauptmann wird in Reichenberg eine “Schlesische Woche” eröffnet.

9. August

Im „Prager Tagblatt“ wird die Erzählung „Der Mond lacht“ von Leo Perutz veröffentlicht

13. August

In der „Vossischen Zeitung“ beginnt der Vorabdruck des Romans „Laudin und die Seinen“ von Jakob Wassermann. Wassermann verarbeitet in dem Werk die Trennung von seiner ersten Ehefrau Julie Speyer, von der er ein Jahr später geschieden wird.

15. September

Das erste Jahrbuch der Friedrich-Nietzsche-Gesellschaft erscheint, „Ariadne“.

18. September

Hans Fallada stellt sich in Berlin freiwillig der Polizei wegen begangener Unterschlagung.

19. September

Das Drama „Veland“ von Gerhart Hauptmann wird in Hamburg uraufgeführt.

22. September

Der Lyriker, Schriftsteller, Literaturkritiker und Lektor bei S. Fischer Moritz Heimann stirbt an einem Nierenleiden.

9. Oktober

Die erste Ausgabe der von Willy Haas herausgegebenen Zeitschrift „Literarische Welt“ erscheint.

19. Oktober

Klaus Manns erstes Theaterstück „Anja und Esther“ wird in Hamburg uraufgeführt.

2. November

Unter dem Titel „Spießer-Spiegel“ erscheinen 60 Zeichnungen von George Grosz in Berlin.

7. November

Carl Zuckmayer erhält den Kleistpreis für sein Schauspiel „Der fröhliche Weinberg“.

8. November

Anlässlich des Jahrestages der deutschen Revolution vom 9. November 1918 spricht der Dramatiker Ernst Toller im Großen Schauspielhaus Berlin über die „Deutsche Revolution“.

24. November

Sigmund Freuds „Kleine Beiträge zur Traumlehre“ erscheinen.

5. Dezember

Am Neuen Schauspielhaus in Königsberg wird das Schauspiel „Erde – die vier Etappen eines Dramas zwischen Rhein und Ruhr“ von Paul Zech uraufgeführt.

22. Dezember

Mit seinem Lustspiel „Der fröhliche Weinberg“, es wird im Berliner Theater am Schiffbauerdamm uraufgeführt, feiert Carl Zuckmayer seinen ersten großen Erfolg.

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