Paul Winter – Die Geige

Gedicht, veröffentlicht im Prager Tagblatt am 10. Juni 1928
Erst schüchtern, wie ein Liebender, der möchte
und nicht ganz weiß, ob das ist, was er will,
ein Mädchen anspricht - ist es auch die Rechte? - -

So streicht die Geige und ist still
sofort und hebt erst nochmals an mit Beben,
jetzt: etwas tiefer, und dann ruft sie voll 
hinaus den Jubel, ja sie ruft das Leben,
ihr eignes Leben, das sie singen soll.

Nun wird sich wieder endlich alles regen,
das scheinbar längst auf ödem Pfad verweht: 
So hebe deine Seele Dem entgegen,
der ewig kommt und nie mehr, nie mehr geht!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s