Noemi Eskul – Kurz nach einem Sommerregen

Lyrik, abgedruckt im Unterhaltungsblatt der Vossischen Zeitung, Ausgabe vom 24. Juli 1932

Windgelöste Früchte klopfen

satt und dumpf

auf die nasse Erde. Tropfen

bilden um den wilden Hopfen

blaue Pfütze, sanften Sumpf,

drin sich junge Vögel spiegeln,

gierig trinkend – kleiner Rumpf

mit den übergroßen Flügeln.





Ueber Bäumen Wolkenfülle,

Wolkenheere – letzte Wacht.

Doch Gezirp der ersten Grille

jubelt leis in Wolkenstille

aus dem Gras. Und fahle Pracht –

ehmals purpurstolzen Mohnes,

feuchte Blätter sinken sacht:

welcher Glanz verwaisten Thrones.





Siehe, Auge, und bestaun‘ es:

neue Helle schimmert blaß.

Und das dunkle Holz des Zaunes, –

festgefügtes, gutes, braunes

Holz mit harzig blonden Lichtern

gleicht, beglänzt von frischem Naß,

weinend lachenden Gesichtern.

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